Aus der Medienmitteilung des Kantons Solothurn vom 3.6.2026
Spätantike Römerbrücke bei Solothurn entdeckt
Bei einer archäologischen Tauchuntersuchung anlässlich der Erneuerung der Eisenbahnbrücke wurden 2025 in der Aare bei Solothurn Pfähle einer Holzbrücke aus dem vierten Jahrhundert entdeckt. Der seit langem vermutete römerzeitliche Flussübergang bei Salodurum, dem antiken Solothurn, ist damit endlich auch durch Bodenfunde belegt. Aus älteren Fundmeldungen war bekannt, dass sich hier Pfähle befinden. So stecken nur wenige Meter flussaufwärts neben der Wengibrücke mehrere Pfähle noch immer fest im Boden: Rund zehn Meter vom Südufer entfernt verläuft eine knapp zwei Meter lange Pfahlreihe in Flussrichtung. Die Hölzer gehören wahrscheinlich zu einem Brückenpfeiler, einem so genannten Pfahljoch, der den Oberbau mit der Fahrbahn trug. Die Hölzer datieren ins vierte Jahrhundert und zeigen auf, an welcher Stelle sich im spätantiken Solothurn ein Brückenübergang befand. In dieser Zeit wurde die römische Siedlung des ersten bis dritten Jahrhunderts in einen befestigten Ort, ein so genanntes Castrum, umgestaltet. Die Brücke war Teil der antiken Fernstrasse, die von Italien über den Grossen St. Bernhard durch das westliche Mittelland und den Jura an den Rhein führte. Vor Solothurn fanden sich Reste dieser Strasse zwischen Büren an der Aare und Nennigkofen. Es ist kein Zufall, dass die römische Strasse gerade bei Solothurn die Aare überbrückte: Die flussaufwärts stark gewundene Aare wird hier in ein enges Bett gezwungen – ein idealer Ort für einen Flussübergang.