Beim Abbruch des alten Staadhofes 1967 wurde ein weitgehend erhaltenes Schwimmbassin des antiken Heilbades freigelegt. Am Westrand trat eine kleine Apsis zutage mit ca. 1.50 m hohem Mauerwerk aus Kalkbruchsteinen.
Die Apsis mit dem Wasserspeier in Form eines Altars bildete die Stirnseite eines römischen Thermalbadebecken. Die Stelle, wo das Thermalwasser von der Quelle ins Becken strömte, hatte für die Römer eine besondere Bedeutung: Hier wurde die göttliche Gabe für die Menschen nutzbar. Das Wasser, das aus dem Wasserspeier floss, stammte vermutlich von der Wälderhutquelle.
Das 14.5 x 11 m grosse und nur etwas über einen Meter tiefe Badebecken wurde auf Stufen gegenüber der Apsis betreten. Auf einer umlaufenden Sitzbank konnten die Badenden ruhen. Der heutige Ziegelboden markiert die Dimensionen des Beckens.
Das Becken wurde um die erste Jahrhundertwende erbaut. Für seinen Bau befestigten die Römer den Untergrund mit Eichenbalken. Darauf wurde das Becken aus opus caementitium, dem römischem Beton, in Form gegossen. Das Innere des Beckens war mit einem feinen, polierten Ziegelmörtel überzogen. Der Boden war mit in Ährenmuster verlegten Tonplatten gefliest. Das Becken befand sich in einem grossen überdachten Badesaal. Auf seiner nördlichen Längsseite befand sich eine Einzelwanne.
Im Mittelalter wurde die Mauer mit der Apsis in den Fundamenten des Gasthofs Staadhof verbaut. Das römische Becken blieb nahezu unverändert bis im 16. Jahrhundert in Gebrauch, bevor es in kleinere Einzelbäder und Baderäume unterteilt wurde.
Kurplatz 2, Residenz 47, 1. Untergeschoss; frei zugänglich